Nur zwei Vereine der National League stimmten für Kameras an der blauen Linie
08/01/2023
Der Tages Anzeiger berichtet über das Thema und lässt unter anderem Daniel Villard vom EHC Biel zu Wort kommen, der bestätigt, dass nur sein Verein und Lausanne für Kameras an der blauen Linie waren, als man sich für die Einführung der Kameras über dem Tor entschied. Sein Kollege Martin Steinegger bezeichnet die Kameras als Marketingkameras: "Sie liefern uns spektakuläre Bilder. Da die Winkel dieser Kameras aber nicht in allen Stadien gleich gewählt werden, sind sie nicht hundertprozentig zuverlässig. Es ist nicht möglich, mit Sicherheit festzustellen, ob der Puck im Tor war oder nicht".
Um auf die blaue Linie zurückzukommen, erinnert die Zürcher Tageszeitung an die Vision von Denis Vaucher, von der ich Ihnen diese Woche berichtet habe: "Viele haben das Gefühl, dass es ausreicht, vier zusätzliche Kameras an der blauen Linie zu installieren. Aber so trivial ist das nicht. Das aktuelle System ist in die Fernsehproduktion integriert. Es gibt Verträge mit den TV-Partnern und der Produktionsfirma. Die Signale müssten integriert werden. Es bräuchte zusätzliche Kapazitäten im Breitbandnetz, es müssten Leitungen verlegt werden".
Zur Erinnerung: Die Ausstattung der 14 Stadien der National League würde rund eine Million Franken kosten, also rund 71'000 Franken pro Verein. Dazu kämen Produktionskosten pro Spiel, die sich um einige Tausend Franken erhöhen würden.
Ein Sportchef, dessen Name nicht genannt werden soll, bringt die Situation auf den Punkt: "Die Sportchefs sind seit langem für die Einführung der Blue-Line-Kameras. Aber wie so oft, wenn wir in den Sport investieren wollen, ist unsere Meinung bei den CEOs nicht mehrheitsfähig".
Als Sofortmaßnahme und für die nächste Saison könnte die Idee sein, die Challenges abzuschaffen, solange die Bilder keine klare Entscheidung zulassen, oder einfacher gesagt, Steineggers Idee aufzugreifen und den Verein, der seine Challenge verpasst, nicht mehr mit zwei Minuten zu bestrafen.